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Handhebelmaschine

Eine Handhebelmaschine ist eine besondere Art der Espressomaschine, bei welcher der Brühdruck manuell mithilfe eines Handhebels erzeugt wird. Sie war eine der ersten Maschinen, mit der sich ein Espresso nach heutigem Verständnis brühen liess, nämlich mit einem Druck von 9 bar und einer Temperatur von 92 °C. In den 1960er Jahren wurden Handhebelmaschinen weitgehend durch Maschinen mit elektrischer Pumpe verdrängt. Heutzutage sind sie vor allem in ländlichen Gegenden Süditaliens und in Lateinamerika noch verbreitet.

Wie funktioniert eine Handhebelmaschine?

In der Brühgruppe einer Handhebelmaschine befindet sich ein Kolben, mit dem der notwendige Brühdruck aufgebaut wird. Dieser Kolben wird mit dem Handhebel in Gang gesetzt und so zwischen Arbeits- und Ruhestellung bewegt. Zieht man den Hebel nach oben, wird der Kolben ebenfalls nach oben in die Arbeitsstellung befördert. Eine Feder wird gespannt und öffnet den Wassereinlass, sodass Wasser in die Brühgruppe einfliesst. Lässt man den Handhebel dann vorsichtig los, senkt sich der Kolben wieder in die Ruhestellung und schliesst den Wassereinlass, wobei durch die Feder Druck in der Brühkammer aufgebaut wird. Dann wird der Espresso extrahiert. Den Zeitraum zwischen Einfliessen des Brühwassers und Erreichen des Brühdrucks bezeichnet man dabei als Preinfusion.

Welche Vor- und Nachteile haben Handhebelmaschinen?

Zu den Vorteilen der Handhebelmaschinen gehört, dass sie nahezu verschleissfrei und sehr leise arbeiten. Ausserdem ist der Espresso mit ihnen sehr schnell gebrüht. Dafür geschieht dies allerdings nicht ganz einfach auf Knopfdruck wie bei Kaffeeautomaten. Handhebelmaschinen funktionieren rein mechanisch – für einen Espresso ist also Handarbeit erforderlich. Dies ist einerseits ein weiterer Vorteil, weil so für ein besonders authentisches Erlebnis beim Brühen gesorgt wird. Andererseits kann dies auch ein Nachteil sein. Denn der Nutzer der Maschine selbst beeinflusst die Qualität und Intensität des Espressos. Dementsprechend ist ein wenig Erfahrung für ein gutes Ergebnis notwendig.

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